Kamin Vigo
An wechselhafter Geschichte und historisch bedeutsamen Momenten gibt es in Vigo keinen Mangel. In der spanischen Provinz Galizien gelegen, spielten vor allem die Hafenanlagen immer wieder eine entscheidende Rolle. Bereits der römische Imperator Julius Caesar nutzte den Küstenstreifen von Vigo, um von dort aus seinen Feldzug gen Britannien zu beginnen. Nach der Entdeckung Amerikas entwickelte sich das Städtchen zu einem der wichtigsten Handelsplätze im Transatlantikgeschäft - bis Vigo von der englischen Flotte unter Sir Francis Drake Ende des 16. Jahrhunderts dem Erdboden gleich gemacht wurde. Wieder aufgebaut, fielen die Briten gut 100 Jahre später wieder in Vigo ein, Anfang der 19. Jahrhunderts besetzten französische Truppen die Stadt. Die Bevölkerung gab nicht auf, kämpfte immer wieder um ihre Freiheit - und so wurde Vigo nach dem Ende der Franco-Diktatur auch zu einem Zentrum des kulturellen Wandels in Spanien.

Wirtschaftlich gesehen, dreht sich in Vigo alles um den Fischfang. Der größte spanische Fischereihafen ist zugleich der weltweit bedeutendste Handelsplatz für Meeresfrüchte aller Art. Neben den modernen Fabriken spielt sich das Leben vor allem in der Cidade Vella, der Altstadt, ab. In den verwinkelten Gassen siedelten sich die Familien der Fischer während der vergangenen Jahrhunderte an, und auf dem Markt Mercado do Pedra werden kulinarische Köstlichkeiten gehandelt - allen voran, die galizischen Austern. Auf einem Berg über der Stadt thront die Burg Castillo de la Torre, errichtet im 17. Jahrhundert. Von dort aus reicht der Blick über einen der schönsten Küstenstreifen Spaniens und zu den vorgelagerten Inseln, die für ihre feinen Sandstrände weltberühmt sind.