Kamin Triest
Große Hafenstädte besitzen ein ganz besonderes Flair: Ihre Bürger sind in der Regel außerordentlich weltoffen und gastfreundlich, und das Völkergemisch auf den Straßen ist noch bunter als in "normalen" Großstädten!

Die norditalienische Großstadt Triest an der Adria zählt zu den wichtigsten europäischen Hafenstädten. Und sie ist nicht nur Hafenstadt, sondern auch Grenzstadt - wenige Kilometer östlich und nördlich verläuft die italienisch- slowenische Grenze. Daher sind in Triest viele verschiedene Sprachen zu hören: Italienisch, Slowenisch, auch Kroatisch und Deutsch sowie alle möglichen Sprachen der Touristen!

Triest blickt auf eine lange Geschichte zurück: Die Stadt wird gegen Ende des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts unter dem Namen "Tergeste" erstmals schriftlich erwähnt. Um die Zeitenwende gehörte Triest zum römischen Reich, im frühen Mittelalter dann zum "Heiligen Römischen Reich" des Kaisers Karl des Großen. Im Jahr 1203 fiel Triest an den Stadtstaat Venedig. Im Jahr 1312 unterwarf sich die Stadt - um sich von Venedig zu lösen - dem König Leopold III. von Österreich. Damit begann die über 500-jährige Zugehörigkeit Triests zum Reich der Habsburger (später "Österreich-Ungarn" oder auch "k.u.k. Monarchie" genannt).

Österreich verdankte dem Adriahafen von Triest den größten Teil seines internationalen Handels. Natürlich profitierte auch Triest von seiner Stellung als österreichischer Handelshafen. Der Triester Hafen wurde immer wieder vergrößert, die Bevölkerung wuchs und kam zu Wohlstand. Große Unternehmen, wie etwa Werften, Reedereien und Banken wurden in Triest gegründet. Das angenehme Klima und die weltoffene Atmosphäre in der Stadt haben nicht wenige Prominente veranlasst hierher überzusiedeln. James Joyce z.B. lebte jahrelang hier.

In der Habsburger Zeit machte Triest durch einen besonderen Exportartikel von sich reden: Marmor aus Triest war im ganzen Habsburger Reich bekannt. Der Steinbruch befand sich in Aurisina, einem kleinen Nachbarort. Den dort gewonnenen Marmor verwendete man für repräsentative Bauten in Wien und überall in Österreich, natürlich auch in Triest selbst.

Seit dem Ende des Ersten Weltkrieges gehört Triest zu Italien. Heute hat die Stadt ca. 200.000 Einwohner. Viele Sehenswürdigkeiten der Stadt erinnern an die Habsburger Zeit. Da steht beispielsweise beim Bahnhof eine Statue der Kaiserin Sissy von Österreich. Viele vornehme Gebäude, wie manche der Firmenzentralen, der Bahnhof oder das Rathaus sind im 19. Jahrhundert im neoklassizistischen Stil erbaut worden.

Was die kulinarischen Genüsse betrifft, hat Triest eine unglaubliche Vielfalt zu bieten: Man findet hier Restaurants mit griechischer, slowenischer oder italienischer Küche, traditionelle Kaffeehäuser österreichischer Prägung sowie Weinlokale, die bevorzugt italienische und slowenische Weine anbieten, z.B. die Triester Weinsorte "Terrano".

Es ist wirklich kein Wunder, dass so viele prominente - und weniger prominente! - Personen Triest zu ihrer Wahlheimat gemacht haben!