Kamin Telde
Telde war bereits in der altkanarischen Zeit Regierungssitz im östlichen Teil der Insel. Zur damaligen Zeit herrschten hier die Guanarteme. Leonardo Torriani, der bereits während der Eroberung der Insel durch die Spanier diese besuchte und der Fund von verschiedenen archäologischen Kleinoden wie Keramikscherben zeigt, dass Telde sich zu einem wichtigen Zentrum für Handel und Politik entwickelt hat.

Der Ort Telde besteht aus 2 Ortschaften. Einmal aus Tara und einmal aus Cendro. In Tara und seiner Umgebung fand man unverwechselbare Zeugnisse der Kultur der Guanchen in Form der weiblichen Kultfigur "Idol von Tara".

Kurz nach der Eroberung durch die Spanier gründete die Verwaltung der Insel den Ort Telde. Hier entstanden das Zentrum San Francisco und die Siedlung Los Llanos. Im Nordteil siedelten sich um das Kloster der Franziskaner, die Pfarrkirche San Juan Bautitsta und dem Verwaltungssitz die zugewanderte spanische Bevölkerung an. Außerdem errichteten hier die reichen spanischen Händler ihre Wohnsitze.

In Los Llanos lebten dagegen die schwarzen Sklaven, deren Heimat eigentlich Afrika war. Dort wurden sie gefangen genommen und auf die Zuckerrohplantagen und Zuckermühlen zur Arbeit verschleppt. In Telde fand mehrmals jährlich der umfangreichste und bedeutendste Sklavenmarkt der Kanaren statt. Dabei wurden die Sklaven wie Tiere angepriesen, begutachtet und verschachert.

Durch die hervorragende Lage der Stadt war diese vor den Freibeutern recht sicher, die öfter Überfälle auf die unterschiedlichen Inseln verübten.

Im Jahr 1836 wurden die Franziskaner aus Telde ausgewiesen. Der Ingenieur Juan León y Castillo wurde 1843 in Telde geboren. Er sorgte in seinem späteren Leben für eine Erweiterung und Modernisierung des Hafens Las Palmas. Zur heutigen Zeit hat sich der Ort von seiner schwierigen wirtschaftlichen Lage im 20. Jahrhundert erholt und sich zwischenzeitlich zum Sitz vieler kleiner kanarischer Unternehmen gemausert. Telde besitzt einen internationalen Flughafen und ein bekanntes Einkaufszentrum.