Kamin Sevilla
Die andalusische Hauptstadt Sevilla, die bereits in der Antike unter dem Namen Hispalis gegründet wurde, war und ist ein wichtiges Handelszentrum im Süden Spaniens, dessen Mauern über viele Jahrhunderte hinweg umkämpft und belagert wurden. 45 v. Chr. von Caesar zur „colonia“ ernannt, wurde Hispalis/Sevilla eine der bedeutendsten Siedlungen der Provinz Baetica; während der Belagerung durch die Westgoten in der Spätantike diente Hispalis als Bischofssitz und als Austragungsort zweier Konzile.

Nachdem Hispalis nach der Eroberung durch oströmische Truppen im 6. Jahrhundert wieder zurück in die Hände der Westgoten fiel, beanspruchten die islamischen Mauren nach einer Niederlage der Westgoten Anfang des 8. Jahrhunderts die Siedlung für sich und nannten sie „Isbiliya“, wovon sich der heutige Name Sevilla ableiten lässt. Von den Normannen im Jahr 844 zerstört und wieder aufgebaut, wurde 1044 die islamische Herrschaft beendet und Sevilla in die arabische Taifendynastie der Abbadiden etabliert.

Erst 1248 gelangte Sevilla nach weiteren Übernahmen und monatelangen Belagerungen in den Besitz der christlichen Spanier, wo es sich bis heute befindet. Durch die Abwanderung der Mauren nach Granada und Nordafrika verlor Sevilla sowohl seine Wirtschaftskraft als auch einen Großteil des handwerklichen Portfolios, sodass König Peter I. maurische Handwerker aus Granada kommen ließ, um 1363 den Alcázar-Palast bauen zu lassen, in dessen Nachbarschaft die jüdische Bevölkerung unter königlichem Schutz nach einem Pogrom gegen diese lebte.

Zuletzt hatte Sevilla im 16. Und 17. Jahrhundert im Seehandel internationale wirtschaftliche Bedeutung, welche durch die Versandung des Guadalquivir-Flusses an die Hafenstadt Cadiz überging. Die kulturelle und architektonische Vielfalt Sevillas spiegelt noch heute die lange Geschichte der Stadt wieder, die sie 1992 zum Austragungsort der Weltausstellung Expo machte.