Kamin Riga
Riga hat eine wechselvolle Geschichte unter der Herrschaft verschiedener Nationen durchlebt. Gegründet vom dem deutschen Bischof Albert von Buxhoeveden im Jahre 1201 nach dem Vorbild Bremens geriet es zunächst unter den Einfluss deutscher Ritterorden, die versuchten vorzugsweise in den heidnischen Gebieten deutsche Bischöfe anzusiedeln. Später unterstand es Polen-Litauen und wurde erst vom Schwedenkönig Gustav II. Adolf und dann vom Zaren Peter dem Großen erobert, mehrfach von der Sowjetunion okkupiert und ist seit 1991 wieder Hauptstadt des souveränen lettischen Staates.

Riga war immer eine Handelsmetropole. Unter schwedischer Krone entwickelte es sich zunächst zu einem bedeutenden Seehafen und wurde unter dem Zaren nach und nach zu einem der wichtigsten, damals russischen Handelshäfen ausgebaut.

Riga fühlte sich stets der Tradition einer Handels- und Hansestadt verpflichtet, was noch heute vor allem in Rigas Altstadt zu spüren ist.

Eine wichtige Rolle spielte dabei auch die aus den St.- Georgs- Bruderschaften hervorgegangene „Compagnie der Schwarzen Häupter“, einer damals üblichen Vereinigung von Kaufleuten. Während die Schwarzhäupter allesamt Junggesellen sein mussten, wurden verheiratete Kaufleute Mitglieder der Großen Gilde.

Das Rigaer Schwarzhäupterhaus erinnert lebendig an diese Tradition. Zunächst war es als „Neues Haus der Große Gilde“ erbaut worden. Ab 1447 mieteten die Schwarzhäupter den Paradesaal für ihre geselligen Zusammenkünfte. Dabei verfolgten sie teilweise auch politische Ziele und machten sich vor allem um die kulturellen Belange der Stadt verdient. Sie organisierten Stadtfeste, Bälle, Ritterspiele und ähnliche Vergnügungen. Sie boten ausländischen, unverheirateten Kaufleuten ein Dach über dem Kopf.

Leider droht diese Tradition auszusterben. Die Gilde hat heute ihren Sitz in Bremen.