Kamin Prato
Das Gebiet um Prato, unweit von Florenz in der nördlichen Toskana, war bereits in der römischen Zeit besiedelt. Im 10. Jahrhundert wurde Prato erstmals urkundlich erwähnt und im 11. Jahrhundert von der einflussreichen Familie Alberti zum Zentrum ihres Herrschaftsgebietes gemacht.

In der Zeit der Staufer erlebte Prato eine große Bautätigkeit sowie einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Ab 1240 ließ Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen das Castello dell` Imperatore errichten. Das imposante Gebäude, das bis zum heutigen Tag erhalten ist, wurde als Wehranlage im Stil süditalienischer Stauferburgen gebaut. Desweiteren entstanden im 13. Jahrhundert Wollwebereien, Walkmühlen und Färbereien, welche die Stadt zu einem Zentrum der Textilherstellung machten.

1351 gelangte Prato unter die Oberhoheit von Florenz. Durch die frühe Entwicklung des Textilgewerbes, waren die beiden Städte in Zukunft eng miteinander verbunden.
Einen großen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung von Prato übte der Kaufmann und Tuchhändler Francesco di Marco Datini aus. 1384 gründete er in der Stadt eine Kompanie für Wolle, die sich mit dem Einkauf, der Verarbeitung und dem Handel beschäftigte. Der von Datini errichtete Stadtpalast ist bis zur heutigen Zeit ein herausragendes Beispiel spätgotischer Profanarchitektur. Im sogenannten Palazzo Datini befindet sich heute das Datini-Archiv, das in zahlreichen Briefen, Verträgen und Rechnungsbüchern das Wirken des Kaufmanns dokumentiert.

Ein weiteres beeindruckendes Bauwerk ist der Dom S. Stefano, der als eine der schönsten toskanischen Kirchen gilt. Das romanisch-gotische Bauwerk mit einer überdachten Außenkanzel und der grünweißen Marmorverkleidung vereinigt Werke von Michelozzo, Donatello, Pisano und Filippo Lippi.