Kamin Pompei
Nein, gemeint ist nicht die antike Stadt am Fuße des Vesuvs, die 79 nach Christi unter einer meterdicken Staubschicht verschwand und mit ihr alles Leben, das sie bisher ausgefüllt hatte. Auf Jahrhunderte war danach an eine Besiedlung nicht zu denken.

Gemeint ist das neue Pompei, das sich aus dem Schatten der Katastrophe heraus wieder erhoben hat. Und gemeint ist auch der Wallfahrtsort vieler Gläubiger zur Basilica der Beata „Vergine del Rosario“ der Madonna vom Rosenkranz.
2008 predigte Papst Benedikt XVI. anlässlich seiner Pilgerreise zur Verleihung der „Goldenen Rose“ auf dem Vorplatz der Wallfahrtskirche zur Mutter Gottes und erbat ihren Schutz.

Trotzdem sind das neue und das alte Pompei untrennbar miteinander verbunden.
Zur Zeit der ersten Ausgrabungen der antiken Stadt im 11. Jahrhundert entstand in unmittelbarer Nähe um die Kirche San Salvatore di Valle eine kleine Ansiedlung, die als Urzelle des heutigen Pompei gilt.

Das Gebiet geriet durch mehrfachen Weiterverkauf und wechselnde Eigentümer schließlich auch in den Besitzt der Familie Piccolomini. Agostino Piccolomini war es, der sich der Anbetung des Rosenkranzes verschrieben hatte und die Wallfahrtskirche gründete.

Wegen des ungesunden Klimas in der Gegend um Valle war der kleine Ort zeitweise unbewohnt und so entschloss man sich 1740, die Kirche abzutragen und dort wieder neu zu errichten, wo sich heute das Zentrum des modernen Pompeis befindet.

1883 beteten über 20.000 Pilger gemeinsam an die Madonna vom Rosenkranz.
Für Italiener ist der Ort heute mehr Pilgerstätte als historischer Ort. Von den Touristen hingegen wird er als Ausgangspunkt für ihre Besichtigungstouren nach Pompei genutzt.