Kamin Madrid
Die spanische Hauptstadt Madrid ist ein jahrhundertealtes Kultur- und Handelszentrum der iberischen Halbinsel. Sie wurde um 850, nach der Eroberung großer Teile Iberiens durch die Mauren, von Muhammad I. auf einer Anhöhe in der Nähe des Flusses Manzanares gegründet. In den folgenden sechs Jahren errichteten die Eroberer zur Befestigung der Siedlung, am Standort des heutigen Königspalastes, eine Burg. Der Ort wurde von den Mauren zunächst Magerit genannt und ab 932 Madschrít. 1083 vertrieben die Kastilianer die Mauren und übernahmen die befestigte Siedlung unter Führung Alfonsos VI. Aus Madschrít wurde Madrid. Ein Rückeroberungsversuch durch die Mauren im Jahr 1109 blieb erfolglos.

1202 wurden Madrid durch Alfonso VIII. offiziell die Stadtrechte verliehen. Von nun an entwickelte sich der Ort zum politischen Zentrum Kastiliens. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts kam hier erstmals das kastilische Parlament zusammen. Im Jahr 1561 wurden die königliche Residenz und das Parlament endgültig von Toledo nach Madrid verlegt. Das war der Beginn des Aufstiegs Madrids zur spanischen Hauptstadt. Mit König Carlos I. von Spanien begann die Herrschaft der Habsburger in Madrid. Der von ihnen errichtete Teil der Stadt wird noch heute "El Madrid de los Austrias" genannt. Als Paradebeispiele Habsburgischer Architektur gelten die Plaza Major und die Plaza Puerta del Sol im Zentrum Madrids. Im 17. Jahrhundert gewinnt Philip V. von Kastilien den Spanischen Erbfolgekrieg. Damit verdrängten die Bourbonen die Habsburger vom Thron. 1808 erhoben sich die Bürger Madrids gegen die französischen Besatzer und wurden niedergeschossen. Aus diesem Anlass schuf Francisco de Goya sein weltbekanntes Gemälde "Erschießung der Ausständigen vom 03. Mai 1808, das noch heute im Madrider Prado zu sehen ist.