Kamin Lugo
Hoch oben über dem Fluss Miño thront die galicische Stadt Lugo im Nordwesten Spaniens. Sie gilt als die älteste Ortschaft der Region, was man Lugo jedoch erst bei näherer Betrachtung ansieht, denn mitten im Zentrum liegt die mächtige römische Stadtmauer. Das 2005 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte einzigartige Denkmal ist vollständig erhalten und umgibt den historischen Kern Lugos, der über die wichtigsten Bauwerke verfügt.

Lugo wurde bereits zu Zeiten des römischen Kaisers Augustus zunächst als Militärlager gegründet. Als Bollwerk gegen die aufständische Bevölkerung sollte Lugo die römische Provinz befrieden. Später wurde hier zu Ehren des Kaisers der Ort Lucus Augusti erbaut.

Erst im dritten Jahrhundert n. Chr. wurde zum Schutz gegen die Barbaren die Stadtmauer errichtet. Der heute begehbare Wall ist über zwei Kilometer lang und ist im Durchschnitt vier Meter dick. Sie ragt bis zu zwölf Metern in die Höhe und ist eines der beeindruckensten Beispiele römischer Wehranlagen auf der ganzen Welt. Die mächtigen 71 Rundtürme verfügen jeweils über zwei Etagen und wurden in unregelmäßigen Abständen angelegt.

Innerhalb der römischen Mauern wurden im Mittelalter die wichtigsten Kirchen und Klöster erbaut, darunter die Kathedrale, deren Bau von 1129 bis 1273 dauerte. Erweiterungsbauten wurden im 14. und im 18. Jahrhundert errichtet. Insgesamt ist die Kathedrale geprägt aus einem Stilmix aus Romanik, Gothik, Barock und Klassizismus, was den besonderen Reiz dieses Bauwerkes ausmacht.

Das angeblich von Franz von Assisi errichtete Kloster beherbergt heute eines der Museen von Lugo, in dem unter anderem historische galicische Exponate zu bewundern sind.

Ebenso galicisch sind die kulinarischen Genüsse, die die besten Restaurants der Region im historischen Kern Lugos kredenzen - ein Einfluss, den selbst die unüberwindbarsten römischen Mauern nicht aufhalten konnten!