Kamin Lorca
Zu Füßen der unwirtlichen Sierra del Calico liegt das südspanische Lorca in einem weiten Tal unweit der Hafenstadt Cartagena am Ufer des Flusses Guadalentin.

Schon von weitem sichtbar ist die mittelalterliche Festung auf einem hohen Felsplateau. Die uneinnehmbar scheinende Burg mit ihren mächtigen Türmen bewacht seit Jahrhunderten die Ebene und die Stadt, die seit der Antike Schauplatz erbitterter Auseinandersetzungen war.

Die Römer nennen den Ort Eliocroca, der in der Bronzezeit von den Iberern gegründet wird. Westgoten, Mauren und Araber besetzen in Folge die strategisch wichtige Stadt.

Im 8. Jahrhundert kommt Lorca unter arabische Herrschaft - die typischen engen und verwinkelten Gassen des Stadtzentrums sind noch heute Zeugen dieser Epoche.

Im Jahr 1224 erobern die christlichen Kastilier die Stadt zurück - dennoch trotzen die neuen Machthaber noch lange Zeit den Angriffen des Sultanats Granada. Die noch heute stehenden Wehrtürme erinnern an diese kriegerischen und martialischen Zeiten im Mittelalter.
Doch nicht nur der Krieg macht den Einwohnern schwer zu schaffen. Die Bevölkerung leidet unter schweren Epidemien und der Bürgerkrieg zwischen Manueles und Fajadores tut ein Übriges, um Lorca zu dezimieren. Ruhe und Frieden will erst einkehren als Granada 1492 besiegt wird.

Später halten unter christlichem Einfluss barocke Sakralbauten und Herrschaftshäuser Einzug in die stolze Stadt, die nachhaltig ihr architektonisches Gesamtbild verändern soll. Die maurische Altstadt steht heute im reizvollen Gegensatz zu der geradlinig geplanten Neustadt aus dem 18. Jahrhundert.

Traditionell wird seit dem 19. Jahrhundert die Semana Santa - die Karwoche - begangen. In feierlichen Prozessionen und farbenprächtigen biblischen Verkleidungen begehen die Einwohner Lorcas in heiterer Stimmung ihr wichtiges christliches Fest und beinahe scheint es so, als wolle Lorca noch einmal seinen Stolz und seine Stärke beweisen.