Kamin Grenoble
Wer Grenoble besucht, steigt am besten zuerst in die Seilbahn. Knapp 500 Meter über der Altstadt gelegen, bietet sich vom Berggipfel und der dort errichteten Festungsanlage aus dem 19. Jahrhundert ein atemberaubender Blick über die Region: Im Tal die Stadt mit ihren rund 150.000 Einwohnern, nicht weit davon entfernt die westlichen Ausläufer der Alpen mit Gipfelhöhen von mehr als 3.000 Metern. In Grenoble vereinigen sich nicht nur die Flüsse Isére und Drac, sondern auch 2.000 Jahre Geschichte und die Entwicklung der Zukunft: Einige der wichtigsten physikalischen Forschungseinrichtungen der Welt haben ihren Sitz in der "Hauptstadt der Alpen", die bereits im Jahrhundert vor Christi Geburt von den Römern als "Cularo" erwähnt wurde.

Anfang des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Grenoble zum Zentrum des Kunsthandwerks. Ausgangspunkt war die Familie um den Tischlermeister Noel Hache, dessen Sohn Thomas sich mit der Entwicklung neuer Stilformen in der Möbelgestaltung schnell einen weit über die Stadt hinaus bekannten Namen machte. Hache wurde zum "Tischler der Herzöge von Orléans" ernannt, seine Kinder und Kindeskinder führten das Werk ein Jahrhundert lang fort. Viele Werke der Familie Hache sind heute im Grenobler Musée Dauphinois zu bewundern.

Zahlreiche liebevoll gestaltete Märkte und Plätze kennzeichnen das Stadtbild von Grenoble, ein eigenes Viertel ist allein dem Antiquitätenhandel gewidmet. Auch kulinarisch hat der Veranstaltungsort der Olympischen Winterspiele von 1968 viel zu bieten: Zu den Spezialitäten zählen Grenobler Nüsse, das Kartoffel-Käse-Gratin "Dauphinios" und "Poulet aux écrevisses", Hühnchen mit Krebsen. Schließlich ist Grenoble von der Bevölkerung her eine junge Stadt: Gleich vier Universitäten sind dort angesiedelt, mit zusammen rund 80.000 Studierenden.