Kamin Faro
Die Mauern aus der Römerzeit stehen in Faro noch. Der offene Platz in der Algarve-Stadt war einst das Forum Romanum. Die Römer legten tief im Süden Portugals Wasserleitungen, Straßen und Brücken an. Außerdem schufen sie einen ziemlich effizient arbeitenden Verwaltungsapparat. Damals hieß die Stadt noch Ossonoba. Gegründet haben den Hafenort aber Kaufleute aus Phönizien.

Die wechselvolle Geschichte dieser heute rund 40.000 Einwohner zählende Stadt mit dem internationalen Flughafen, die Jahr für Jahr Millionen von Touristen als reine Durchgangsstation dient, spiegelt sich in der Architektur wider. Die Mauren (Araber) haben diese Stadt ein paar Jahrhunderte lang geprägt. Im Jahre 713 nahmen sie den Ort ein, erst 1249 gelang die Rückeroberung.

Der alte christliche Name Santa Maria, die Stadt war bereits seit dem 3. Jahrhundert Bischofssitz, wandelte sich zu Harune – davon leitete sich später Faro ab. Die Stadtmauer aus dem 9. Jahrhundert ist ein beeindruckendes Zeugnis maurischer Herrschaft.

Die historische Altstadt besteht aus insgesamt drei Stadtteilen. Davon ist der im Nordwesten gelegene Stadtteil Mouraria maurischen Ursprungs. Seit 1269 durften sich Araber auch außerhalb der Stadtmauer ansiedeln. Heute ist das Viertel Flaniermeile.

Die Kathedrale von Faro stammt aus dem 13. Jahrhundert, Bischofspalast und Konvent wurden drei Jahrhunderte später geweiht. Das in ganz Portugal verheerende Erdbeben von 1755 hat auch Faro weitgehend in Schutt und Asche gelegt.

Um 1900 entstanden die Bürgerhäuser im Jugendstil, teilweise kunstvoll mit Kacheln (Azulejos) verziert. Sie zeugen vom Wohlstand der Hauptstadt der Algarve, die viel Geld aus Salzgewinnung und Salzhandel zog. Der Niedergang der Fischindustrie in den 30-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zog einige Auswandererwellen nach sich. Seit 1980, dem Beginn des Tourismusbooms, ist Faro wieder eine blühende Stadt.