Kamin Cadiz
Cadiz ist ein jahrtausendealtes südwestspanisches Kultur- und Handelszentrum an der Costa de la Luz (der Küste des Lichts). Die Stadt liegt westlich von Gibraltar auf einer Landzunge in der Bucht von Cadiz. Der Legende nach wurde Cadiz von Herkules gegründet, worauf mit einer entsprechenden Inschrift im Wappen der Stadt stolz hingewiesen wird. Offiziell gelten jedoch die Phönizier als die Gründer der Stadt am Atlantischen Ozean. Sie sollen etwa 1100 Jahre v. Chr. den Grundstein gelegt haben. Damals war die heutige Landzuge noch eine Insel. Die Phönizier gaben ihrer Stadt den Namen Cadir und machten sie zu einem blühenden Handelszentrum. Die Herrschaft der Phönizier währte viele Jahrhunderte. Sie gründeten Handwerkstätten in denen Gegenstände orientalischer Tradition entstanden, wie beispielsweise die Bronzekanne von Torres Vedras. Erst etwa 200 Jahre v. Chr. wurde die Stadt von den Römern vereinnahmt und fortan Gades genannt.

In der Antike befand sich im heutigen Cadiz ein Heiligtum des Gottes Melkart, der unter anderem in Karthago verehrt wurde. Deshalb besuchte Hannibal, der Stadthalter Karthagos, das Heiligtum, bevor er über die Alpen nach Germanien zog. Die Römer beherrschten die Stadt am Atlantik etwa so lange wie vorher die Phönizier, bis sie schließlich den Mauren weichen mussten. 1166 zerstörte der maurische Stadthalter das Heiligtum von Melkart auf der Suche nach dem sagenhaften Schatz. Im 13. Jahrhundert eroberten die Spanier die Stadt und nannten sie Cadiz. Im 18. Jahrhundert wurde die königliche Behörde zur Leitung aller spanischen Entdeckungs- und Eroberungsexpeditionen von Sevilla nach Cadiz verlegt. Schließlich war der Golf von Cadiz etwa 150 Jahre zuvor der Ausgangspunkt für Columbus zweite Reise in die neue Welt.