Kamin Augusta
Um das Jahr 15 vor Christus errichteten römische Legionen im Herzen von Bayrisch-Schwaben, am Ufer des Lech, ein Lager und gaben ihm zu Ehren des Kaisers Augustus den Namen Augusta Vindelicorum. Nach wenigen Jahren wurde das Lager von Hochwasser, das der Lech führte, überflutet, doch rekonstruierten die Römer die Siedlung um 10 nach Christus wieder auf und änderten gleichzeitig den Charakter der Kolonie, indem sie auch erste Bauwerke für die Zivilbevölkerung fertigten. Rund 100 Jahre später wurde Augusta Vindelicorum zur Hauptstadt der römischen Provinz Raetia ernannt, ein Gebiet, das sich über das heutige Schwaben, das Allgäu, Ober- und Niederbayern, Vorarlberg, Tirol und große Teile der Schweiz erstreckte. Nachdem Rom die Provinz Raetia im Jahr 294 teilte, wurde Augusta zur Hauptstadt der neuen Provinz Raetia Secunda. Diese fiel, nach dem Ende der Herrschaft Roms, im 5. Jahrhundert an die Alemannen.

Bereits um 300 wurde die Stadt Bischofssitz. Im Hochmittelalter Freie Reichsstadt, übernahmen ab dem 14. Jahrhundert die Patrizier (genauer: die Fugger) die Herrschaft über die Kommune, die im 16. Jahrhundert zu einer der süddeutschen Hochburgen der Reformation wurde. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Siedlung von der schwedischen Armee eingenommen. 1805 verlor die Fuggerstadt durch den Preßburger Friedenvertrag die Reichsfreiheit und gehörte von nun an zu Bayern, im Fortgang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Gemeinde schließlich zu einem Zentrum des Maschinenbaus und der Textilindustrie.

Was einst als Augusta Vindelicorum von den Römern gegründet wurde, ist heute mit 270.000 Einwohnern die drittgrößte bayrische Stadt. Augsburg gilt nach Trier als zweitälteste Stadt Deutschlands.