Kamin Alicante
Alicante, die ostspanische Hafenstadt an der Costa Brava, hat einen Namen arabischer Herkunft. Gegründet wurde sie jedoch nicht von den Mauren, die zwischen dem 8. und dem 13. Jahrhundert die Stadt besiedelten, sondern schon sehr viel früher. Es waren die Griechen, die 324 v. Chr. begannen die Stadt unter dem Namen Akra Leuke zu errichten. Die nachfolgenden Römer, die die Hafenstadt nur 77 Jahre später eroberten, nannten sie Lucentum (die Leuchtende). Das geschah wegen des Lichts, das einen hellen Kalksandsteinfelsen beleuchtete, sodass er vom Hafen aus gut zu sehen war. Hier sollen die Römer ihre Kriegselefanten aus Karthago abgeladen haben, die durch die Alpenüberquerung Hannibals berühmt geworden sind.

Die am Meer liegende Stadt Alicante geht landeinwärts in ein Gebirge über. Auf einer 166 Meter hohen Erhebung thront das Castillo die Santa Barbara über der Stadt, das zu den größten Burganlagen Europas gehört. Der älteste Teil der dreiteiligen Burg wurde im 9. Jahrhundert von den Mauren errichtet. Während ihrer Herrschaft trug die Stadt den Namen Al Lucant. Im 13. Jahrhundert gelang es den katholischen Spaniern, die Stadt, die die Mauren unter dem Schutz der Burg errichtet hatten, für sich einzunehmen. Erst sie gaben der Festung den Namen der heiligen Barbara. Zudem wurde Al Lucant unter den Spaniern zu Alacant. Das ist noch heute die valencianische Bezeichnung der Stadt, die sich in der autonomen Region Valencia befindet. Da Valencianisch (Katalanisch) neben Neuspanisch die zweite Amtssprache Alicantes ist, sind beide Städtenamen amtlich. Heute ist Alicante die schnellst wachsende Stadt Spaniens. Ihre Ausdehnung reicht bereits weit über die ehemaligen Stadtmauern hinaus.