Elektrokamin Triest
Triest, die Hafenstadt an der Adria, liegt nur rein paar Kilometer von der italienisch-slowenischen Grenze entfernt. Mit ihren rund 200.000 Einwohnern bildet sie die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und autonomen Region Friaul-Julisch Venetien. Triest ist die am wenigsten italienisch wirkende Großstadt Italiens. Das verdankt sie ihrer geografischen Lage und der Prägung über Jahrhunderte durch die Habsburger. Von 1382 bis 1918 war Triest ein Teil Österreich Ungarns – und der wichtigste Hafen des von der Hofburg in Wien aus regierten riesigen Kaiserreiches.

In Triest ist die k. u. k Vergangenheit auf Schritt und Tritt gegenwärtig. Vor allem die großbürgerliche Architektur der berühmten Ringbahnstraße hat in der Stadt an der Adria ihre Spuren hinterlassen. Sie zeugt vom Reichtum und der Prachtentfaltung des Historismus um 1900. Der Lloydpalast, zahlreiche weitere Palais und der Südbahnhof sind Beispiele für diese formvollendete Architektur.

Die beiden Wahrzeichen von Triest liegen auf Hügeln oberhalb der Stadt. Dort türmen sich die im romanischen Stil erbaute Kathedrale von San Giuslo und die mächtige Burg, das Kastell.

Venezianische Formensprache und Wiener Flair finden in den berühmten Kaffeehäuern zusammen. Triest war und ist eine „literarische“ Stadt. Das 1830 gegründete Caffè Tommaseo ist das älteste der Stadt. Das Caffè degli Specchi, das Spiegel-Café, wiederum ist das bekannteste; es wurde 1839 von dem Griechen Nicolò Priovolo eröffnet. Rainer Maria Rille saß dort und James Joyce, der in Triest bis 1915, insgesamt knapp zehn Jahre lang, als Englischlehrer an einer Sprachschule unterrichtete. Dort hatte der irische Schriftsteller auch den kongenialen Autor Italo Svevo kennen gelernt, dessen Jahrhundertroman „Zeno Cosini“ die Heimatstadt Triest zum Schauplatz hat. Beide freundeten sich an und verbrachen viel Zeit im wunderschönen, 1914 erbauten Jugendstilcafé Antico Caffè San Marco. In diesem Kaffeehaus sitzt heute der Schriftsteller und Germanistikprofessor Claudio Magris. Von ihm stammt auch das wunderbare Buch „Triest – eine literarische Hauptstadt Mitteleuropas“. Der Melting Pot Italiens hat die unterschiedlichsten Kulturen, Sprachen, Ethnien und Religionen Europas zusammengebracht.