Elektrokamin Telde
Telde, die zweitgrößte Stadt der spanischen Atlantikinsel Gran Canaria, kann auf eine Vergangenheit voller List und Tücke, Eroberung und Niederlage, Herrentum und Sklaverei zurückblicken. Der an der grancanarischen Ostküste südlich der Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria gelegene Ort war nachweislich bereits in der Steinzeit besiedelt.

Die ersten Siedler kamen etwa um 3000 vor Christus vom nahe gelegenen afrikanischen Festland. Diese Guanchen genannten Altkanarier besiedelten schnell die gesamte Insel und gründeten zwei historisch bezeugte Königreiche. Regierungssitz des östlichen Königreiches unter ihren „Guanartemes“ genannten Königen wurde Telde. Archäologische Funde im Siedlungsgebiet der Stadt belegen, dass Telde nicht nur die Hauptstadt des Königreichs war, sondern auch ein wichtiges Handels- und Marktzentrum.

Im 15. Jahrhundert schließlich fiel der Blick der spanischen Monarchie begehrlich auf die fruchtbaren, mit angenehmen Klima gesegneten kanarischen Inseln. Spanische Truppen eroberten Insel für Insel und drängten die Altkanarier in ihre wenigen Verteidigungsbastionen zurück. Telde leistete erbitterten Widerstand und konnte bis 1481 von den Guanchen gehalten werden. Den Spaniern gelang es nur durch eine List die Stadt in ihre Hände bekommen. Der König von Telde, der als besonders mutig geltende Doramas, wurde in einen Hinterhalt gelockt und getötet.

Die neuen Herren bauten Telde zu einem Zentrum der Zuckerindustrie auf, das den Rohstoff über seine vorgelagerten Naturhäfen ins spanische Mutterland verschiffte. Im 16. Jahrhundert machte aber nicht nur Zuckerrohr die spanischen Grundbesitzer reich, sondern auch ein florierender Sklavenhandel, durch den von Telde aus versklavte Afrikaner nach Amerika verschleppt wurden.

Noch heute zeugen in Telde Kunstschätze ud prachtvolle Bauten vom Reichtum der ansässigen spanischen Granden, deren Höhepunkt die Basilika San Juan Bautista mit ihrem vergoldeten, aus Flandern stammenden Marien-Altar ist.