Elektrokamin Marseilles
Marseilles soll die Stadt der Liebe sein? Träumt nicht eine andere französische Stadt von der Liebe? Doch nach der Stadtgründungslegende von Marseilles trägt die Hafenstadt am Mittelmeer diese Bezeichnung zurecht. Denn danach gab der lokale Fürst Grund und Boden seiner Tochter Gyptis als Mitgift für ihre Hochzeit mit dem kleinasiatischen Handelsmann Protis.

Legende oder doch historische Wahrheit? Eines ist unstrittig: Ausgangspunkt der Geschichte Marseilles ist der Handel. Diese Handel ist seit dem 7. Jahrhundert vor Christus bezeugt. Denn hier fanden die übers Meer kommenden Händler einen geschützten Ladeplatz, selten an der felsigen Küste. Um 620 bis 600 v.Chr. gründeten die griechischen Händler aus Phokäa hier eine ständig bewohnte Handelssiedlung. Hier kauften sie vor allem Zinn, das vermutlich aus den Gruben in Cornwall stammte. Zinn war eine sehr begehrte Handelsware, denn Zinn brauchte man um Bronze zu gießen. Im Gegenzug verkauften sie feine Lederwaren und Goldschmiedearbeiten an eine zahlkräftige Kundschaft.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich Massalia oder auch Massilia zur größten und reichsten aller griechischen Stadtgründungen im westlichen Mittelmeer. Heute ist Marseilles die zweitgrößte Stadt Frankreichs und sein bedeutendster Hafen. Nach einer Zeit des Niedergangs Ende der 70er Jahre, als die ungeregelte Zuwanderung aus Nordafrika, die Kriminalität und der Verfall einstiger Pracht, den Ruf von Marseilles beeinträchtigte, knüpft die Stadt heute wieder an ihre große Vergangenheit an. Besucher sind fasziniert davon, wie sich hier Kulturen mischen und der Stadt ein atemberaubendes Flair verleihen. Wer mehr an leiblichen Genüssen interessiert ist, wird Marseilles als Heimat der Bouillabaisse eine ehrenden Platz einräumen.