Elektrokamin Huelva
Die andalusische Hafenstadt Huelva (knapp 150.000 Einwohner) liegt an der Mündung des Flusses Odiel in den Golf von Cádiz, nahe der Grenze Spanien-Portugal. Die Region um Huelva war schon vor über 2.500 Jahren besiedelt, und ohne Übertreibung lässt sich behaupten, dass die Geschichte der Stadt und der Region die wechselvolle Geschichte Spaniens widerspiegelt: Viele Völker, z.B. Römer und Mauren, haben hier Spuren hinterlassen.

Die ersten Bewohner der Region waren Angehörige der griechisch-phönizischen "Tartessos-Kultur". Die Phönizier sollen Huelva um 700 v. Chr. gegründet haben. Archäologische Funde aus dieser Frühzeit sind im Provinzmuseum ("Museo Provincial") zu besichtigen. Später gehörte Huelva zum römischen Reich. Von der Bautätigkeit der Römer ist leider - außer einem schönen Aquädukt - nicht viel übriggeblieben. Nach den Römern kamen die Mauren; deren Einfluss ist im Baustil mancher Gebäude, aber auch in der Sprache festzustellen. So soll der Name "Huelva" ursprünglich ein arabischer Begriff sein.

Die Spanier vertrieben im 13. Jahrhundert die Mauren aus der Gegend, und seitdem ist die Region katholisch geprägt. Wer die Stadt Huelva besucht, wird von der Schönheit der alten Kirchen der Stadt begeistert sein. Die "Iglesia San Pedro" beispielsweise stammt aus dem 14. Jahrhundert, die Kathedrale "La Merced" wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil erbaut. Von besonders großem Interesse für alle historisch interessierten Besucher dürfte die gotische Kirche "de Nuestra Senora de la Cinta" sein, die der Schutzheiligen der Stadt gewidmet ist. Diese Kirche hat nämlich Christoph Kolumbus vor und nach seiner Amerika-Reise besucht! Wenige Kilometer von Huelva entfernt befindet sich das alte Kloster "Monasteria de Rábida", wo Kolumbus ebenfalls ein- und ausging. Am Strand beim Kloster wurden Modelle der drei Schiffe des Kolumbus (in Originalgröße!) aufgestellt. Der Hafen "Palos de Frontera", von dem aus Kolumbus zu seiner Entdeckungstour aufbrach, ist ebenfalls nicht weit entfernt vom Kloster. Hier steht eine Kolumbus-Statue.

Im 19. Jahrhundert erreichte die Industrialisierung die Stadt Huelva. Eine englische Firma erschloss die nah gelegenen Erzgruben. Die englischen Mitarbeiter der Firma gründeten das Stadtviertel "Barrio Reina Victoria". Faszinierend, wie "viktorianisch" dieses Viertel noch heute wirkt! Huelva ist eine Industrie-Stadt geblieben. Jedoch hat sich der Schwerpunkt der Aktivität zur chemischen Industrie verlagert. Auch Fischfang und Landwirtschaft (Obstanbau) spielen nach wie vor eine wichtige Rolle für die Bewohner von Huelva.

Das Klima in der Gegend um Huelva ist sehr warm. Wer die große Hitze zwischen Juni und September nicht so sehr mag, besucht die Stadt am besten im Frühling oder Herbst. Da lässt es sich in den National- und Naturparks der Region angenehm wandern.